WM-Stammtisch MR Nürnberg am 11.02.2010: Selbstorganisation im Selbstversuch
Eigentlich war es ein Notbehelf: Der vorgesehene Referent war erkrankt, der WM-Stammtisch
brauchte einen neuen Inhalt. Warum nicht einfach mal die Teilnehmer als
Experten nutzen, und ganz ohne Programm starten? Sicher könnte jeder Teilnehmer
des Stammtisches etwas einbringen, das für Andere interessant und hilfreich ist
– das war die Grundüberlegung. Und Erfahrungen mit solch spontan
entstehenden Agenden gibt es ja bei den immer häufiger werdenden BarCamps.
BarCamps waren dann auch das Vorbild für diesen Stammtisch-Abend. Auf die Frage „Wer
möchte denn eine kurze Einstimmung für ein Diskussions-Thema geben?“ gab es
gleich 11 Vorschläge von den Teilnehmern. Jedes Thema sollte insgesamt nur 15
Minuten dran sein. Die Zahl der Interessenten zum jeweiligen Thema bestimmte
die Reihenfolge. Nach jeweils 15 Minuten ging es gnadenlos zum nächsten Thema.
Der Erfolg: Wir haben in einer Stunde 4 Themen behandelt. Und irgendwie waren alle
am Ende sehr zufrieden, und haben neue Ideen und Perspektiven mitgenommen. Hier
ein kleiner Ausschnitt der Diskussionen:
ProfilPASS – was ist das eigentlich?
- Grundidee: Informelle Kompetenzen bewusst machen und dokumentieren
- Große Schwierigkeit selber zu erkennen, was man alles beherrscht
- Positiv: Nur auf der Suche nach Stärken (ist aber ungewöhnlich in
unserem Kulturkreis)
- Haupteffekt ist nicht die Dokumentation: Es stärkt das Selbstwertgefühl!
Persönliches Wissensmanagement:
Wie macht man es am besten, durch die vielen Infos zu kommen, ohne nur noch dran zu
sitzen.
- Intelligente Informationsvermeidung
- Fernsehanschluss nicht mehr im Haus
- Simon Dückert: 1 Tag an meinem
Wissensarbeitsplatz: http://www.cogneon.de/weblogs/Vortrag_quotEin_Tag_meinem_Wissensarbeitsplatzquot_beim_BITKOM_AK_KEM
- Das Nichtwissen zulassen
- Delicious und Twitter als sozialer Filter für die wichtigen Infos
- „Wenn die Information wirklich wichtig ist, wird sie mich finden“
- Erfahrung: Auch ohne Twitter kommen alle wichtigen Nachrichten über mehrere Kanäle
- Wissen Mosaiksteinartig aufnehmen bringt auch erstaunliche Klarheit
Wissensaktivierung:
Was tue ich um mein vorhandenes Wissen durch Umsetzung zu festigen?
- Wenn das Wissen da ist, sich die Herausforderung suchen
- Beispiel Vortrag über Scrum halten, dann müssen die Mosaiksteine zusammengesucht werden
- Vielleicht ist der Ansatz falsch, erst Wissen zu sammeln um dann zu handeln. Erst die
Herausforderung suchen, um sich dann das Wissen dazu anzueignen
- Neues entsteht aber nur, wenn nicht alles zielstrebig ausgefüllt ist (Beste Ideen im
Urlaub)
Raumbezogenes Wissensmanagement:
- Geographen kennen „kognitive Karten“: Vorstellungen im Kopf über Gegenden, Wegpunkte
- Die Semiotik des Raums ist ein bekannter Begriff
- Beispiel Erlangen: Durch die Arcaden wird das Zentrum von Erlangen wird immer mehr zum
Rathaus verlagert
- Was macht das mit dem Wissen von Erlangen, wenn die Stadt so verändert wird?
- Alter Rhetorik-Tipp: Organisiere Deine Rede wie ein Haus
Lessons learned: Das war so gut, das machen wir jetzt öfter!
- karlheinz.pape's blog
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